Christa Eckert   

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Ich bin hochsensibel.

Es hat lange gebraucht, bis ich begriffen habe,

dass das keine Behinderung ist, sondern ein

Geschenk. Und noch länger, bis ich es an-

nehmen konnte. Der Begriff »hochsensibel«

hat mir sehr geholfen. Schubladendenken

ist mir zu eng, aber ich habe erlebt, wie hilf-

reich es war, mich in diese Schublade legen zu

können. Denn darin war es ganz anders als er-

wartet: Es wurde nicht eng und dunkel, es wurde

weit und hell.

Ich weiß jetzt, dass viele meiner »Macken« wie mein

Bedürfnis nach Ruhe gesund und richtig für mich sind, dass                                         

manche meiner Reaktionen kein Egoismus, sondern Notwendigkeit waren und sind, dass ich Düsteres oder gar Grausamkeit und Gewalt kaum ertrage und darum viele Bücher nicht lesen und viele Filme nicht sehen kann. Und da Hochsensible meist grundehrlich sind, kann man uns auch nichts vormachen, schon gar keine Heile Welt, die nur aufgesetzt ist.

Ich möchte das in die Welt bringen, was mich und andere bereichert und die Welt heller macht – ohne die Schatten und ihren Wert, den sie unbestritten haben können, auszulassen, aber auch ohne sie in den Vordergrund zu zerren, als sei nichts wichtiger. Ich möchte lieber das Licht gut kennen. Denn wäre das Licht nicht, gäbe es auch keine Schatten – und nicht andersherum. Ohne Licht wäre es einfach dunkel.