Christa Eckert   

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Ich bin hochsensibel.

Es hat lange gebraucht, bis ich begriffen habe, dass

das ein Geschenk ist. Und noch länger, bis ich es

annehmen konnte. Ich weiß seitdem, dass viele

meiner »Macken« wie mein Bedürfnis nach

Ruhe gesund für mich sind, kein Egoismus

also, sondern Notwendigkeit. Ich weiß, dass

meine ausgeprägte Empathie mir hilft zu

lieben, aber auch beschützt werden muss.

Und wenn einem das Dunkle und Grausame

der Welt so wehtut, dass es kaum zu ertragen

ist, nicht wegzuschauen, ist ein Balanceakt, der

nur gelingt, wenn mein Fokus stets bei dem bleibt,

dem ich meine Energie stattdessen schenken möchte:

dem Guten, dem Echten, dem Lichten. Nicht immer leicht, aber möglich. Hochsensible sollen sehr ehrlich sein, heißt es.

Man kann uns also keine Heile Welt vormachen, die aufgesetzt und geheuchelt ist. Trotzdem gibt es das Heile, und es immer wieder in den Vordergrund zu stellen, hilft ihm weit mehr, als anklagend auf das Dunkle zu zeigen. Das heißt für mich nicht, die Schatten und ihren Wert, den sie unbestritten haben können, auszulassen, aber auch nicht, sie hervorzuheben. Sie können beim Schreiben wie beim Malen dazu dienen, dass das Lichte sichtbar werden kann.